Bei Hausmülldeponien galt die Kombinationsabdichtung bereits vor dem Inkrafttreten der TA Siedlungsabfall als Stand der Technik. In der TA Siedlungsabfall wird als Basisabdichtung für die Deponieklasse II die Kombinationsabdichtung (oder eine gleichwertige Abdichtung) gefordert.
In Forschungsvorhaben des bmb+f/PT AWAS im UBA konnte durch die BAM u. a. die hohe Wirksamkeit gegenüber wassergefährdenden Sickerwasserinhaltsstoffen nachgewiesen werden.
Zum Verbundforschungsvorhaben "Weiterentwicklung von Deponieabdichtungssystemen" gibt es Veröffentlichungen
Siehe aber auch unter Fachliteratur Deponie hier in DeponieOnline.
In die Diskussion geriet die Kombinationsabdichtung als Basisabdichtung wegen der Austrocknungsgefährdung (Rißbildung infolge Feuchtigkeitsverlust der mineralischen Abdichtungsschicht). Das Austrocknungsverhalten von mineralischen Abdichtungsschichten in Kombinationsdichtungen an der Basis von Deponien mit Wärmeentwicklung im Deponiekörper (z.B. Hausmülldeponien) wurde im Rahmen des Verbundforschungsvorhabens "Weiterentwicklung von Deponieabdichtungssystemen" untersucht. (Gefördert vom bmb+f/PT AWAS, Projektleiter BAM, Dr. H. August, Dr. U. Holzlöhner.)
Dr. Petra Döll entwickelte im Rahmen eines Teilvorhabens das Modell SUMMIT, mit dem die temperaturabhängige Entwicklung der Wasserspannungen im Deponieuntergrund berechnet werden kann, woraus auf die Austrocknungsgefährdung geschlossen werden kann.
mehr zum Thema Austrocknung
Gemäß TA Abfall und TA Siedlungsabfall dürfen in Abdichtungssystemen nur zugelassene Kunststoffdichtungsbahnen verwendet werden.
Zulassungen für Kunststoffdichtungsbahnen, aber auch für geotextile Schutzschichten erteilt die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).
Weiteres zu den BAM-Zulassungen für Kunststoffdichtungsbahnen und Schutzschichten siehe bei Kunststoffdichtungsbahnen oder bei der Zusammenstellung der relevanten BAM Mitteilungen
siehe dazu Meine Meinung
siehe auch Veröffentlichung von Dornbusch, Averesch, El Khafif
Bauverfahrenstechnik und Qualitätsmanagement bei der Herstellung von Kombinationsabdichtungen für Deponien. ISBN 3-8265-1486-6
Eine Arbeitsgruppe "Oberflächensicherung von Deponien - RAVON" begleitet die Untersuchungen an Versuchsfeldern. Sie will innovative Lösungen entwickeln und für die Gebühren der Bürger kostengünstige Varianten der Schließungs- und Sanierungsmaßnahmen auf den RAVON-Deponien erarbeiten.
Dazu testet die Arbeitsgruppe unterschiedlich gestaltete Oberflächenabdichtungen in Versuchsfeldern auf der Deponie Nadelwitz bei Bautzen. Dabei werden 1 cm starke Bentonitmatten eingesetzt. Sie sollen innerhalb der gemeinsam mit der Kunststoffbahn gebildeten Kombinationsdichtung die 50 cm mineralische Schicht ersetzen. Bentonitmatten bestehen aus zwei ineinander vernetzten Geotextilien, zwischen denen sich hochqualitativer Ton befindet.
Mehr findet man bei RAVON im Internet unter > Entsorgungsanlagen >
http://www.ravon.de/inhalt/
(09-Jan-2001)