Bewaldete Abdichtung auf der Deponie Garz (Insel Rügen) als endgültige Oberflächenabdichtung genehmigt
Das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Stralsund hat die endgültige Oberflächenabdichtung der Deponie Garz auf der Insel Rügen in Form einer„lebenden bewaldeten Abdichtung“ genehmigt.
Die im Jahr 1995 geschlossene Hausmülldeponie wurde 1998 mit einer Oberflächenabdeckung versehen, die u. a. eine zweilagige mineralische Abdichtungsschicht umfasst. Im Rahmen der Errichtung der endgültigen Oberflächenabdichtung wird die Rekultivierungsschicht zu einer insgesamt 2,5 Meter mächtigen Wasserhaushaltsschicht ausgebaut, die als weitere Dichtungskomponente dient. Anschließend ist die Aufforstung hauptsächlich mit Nadelgehölzen vorgesehen. Hierbei sollen insbesondere Eiben gepflanzt werden, die auf der Insel Rügen noch natürlich vorkommen.
Die Planung und Gleichwertigkeitsbetrachtungen erfolgten durch die gab Designer und Ingenieure GmbH (Aachen), Bauherr ist die Abfallwirtschaft für Rügen (AfR) – Eigenbetrieb des Landkreises.
Der Gleichwertigkeitsnachweis ist nicht ins Internet eingestellt. Auf der Deponie Garz wurde der Austrocknungsgefahr durch den Verzicht auf eine Drainageschicht (aufgrund der geringen Böschungslängen erdbautechnisch möglich) und eine entsprechend mächtige Rekultivierungsschicht begegnet.
mehr in einer Mitteilung von Henssen (www.gab-online.de) und Taeschner (Abfallwirtschaft für Rügen) als pdf-Datei
[Mein erster Gedanke: "Die Hoffnung stirbt zuletzt". Aber vielleicht könnten die Gleichwertigkeitsbetrachtungen der gab mich überzeugen.]
Zum Thema Abdeckung von Altablagerungen / Altlasten zwei Projektbeschreibungen im Internet:
http://www.geographie.rub.de/ag/Lehrstuhl_Zepp/Webseiten/projekt2.htm (23.03.2006)
Details siehe Fachliteratur > Forschung > Abdichtung
http://www.geographie.rub.de/ag/Lehrstuhl_Zepp/Webseiten/projekt3.htm (23.03.2006)
Details siehe Fachliteratur > Forschung > Abdichtung
Oberflächenabdichtungen sind bei Deponien das i-Tüpfelchen, das zur Fertigstellung erforderlich ist. Eine Deponie ohne Oberflächenabdichtung ist wie ein Haus ohne Dach.
Zur Sicherung von Altlasten gegen Emissionen auf dem Luftpfad, insbesondere aber auf dem Wasserpfad, werden - zum Leidwesen der Dekontaminierer - sehr häufig Oberflächenabdichtungssysteme eingesetzt.
Bei Sonderabfalldeponien ist die Abdichtung der Deponieoberfläche unumstritten. Sogar gegen die Regelabdichtung der TA Abfall, gegen die Kombinationsabdichtung, gibt es so gut wie keine Einwände.
Bei Hausmülldeponien (Altdeponien im Sinne der TASi) wird über die richtige, die angemessene, die sinnvolle Oberflächenabdichtung heftig gestritten. Um die Kombinationsabdichtung nicht anwenden zu müssen, wird nach alternativen Abdichtungssystemen gesucht.
Erstaunlich ist, daß gegen die Anforderungen an Oberflächenabdichtungssysteme für Deponien der Klasse II gemäß AbfAblV gar keine Einwendungen zu hören oder zu lesen sind. Denkbar wäre es doch, daß sich starke Stimmen bemerkbar machen, die die Anforderungen an Abdichtungssysteme für Deponien der Klasse II (auch solchen mit MBA-Abfällen) für übertrieben halten und vielleicht sogar den Verzicht auf Abdichtungen für richtig halten.
Der Wasserhaushalt von Deponieoberflächenabdichtungssystemen ist von großer Bedeutung. Die Austrocknung mineralischer Dichtungsschichten kann dadurch verursacht werden. Vielfach wird auch erhofft, daß allein durch den Wasserhaushalt der Komponente Rekultivierungsschicht eine Sickerwasserinfiltration in den Deponiekörper verhindert werden kann.
Der Einbau von mineralischen Abdichtungsschichten "auf dem trockenen Ast der Proctorkurve" scheint allgemein akzeptiert zu sein. Allerdings scheint es bei der Realisierung in der Praxis viele Schwierigkeiten zu geben. In einer Veröffentlichung von Mitarbeitern der Bauhaus-Universität-Weimar in Müll und Abfall 3/2005 wird festgestellt, daß deshalb z. Zt. das Produkt TRISOPLAST® Vorteile im Wettbewerb haben wird.
mehr auf einer extra Seite ....
Für Sonderabfaldeponien werden in der TA Abfall Lecktetektionssysteme gefordert, für Deponien der Deponieklasse II in der TA Siedlungsabfall nicht. Gleichwohl besteht eine Interesse, die Dichtigkeit von Oberflächenabdichtungen zu kontrollieren, insbesondere von Kunststoffdichtungsbahnen, weil man den "dünnen", 2.5 mm dicken Bahen, trotz aller materialtechnischer Prüfungen, nicht so recht traut.
Statt von Leckdetektionssystemen spricht man neuerdings von Abdichtungskontrollsystemen. Ein Arbeitskreis bei der BM hat Anforderungen an Abdichtungskontrollsysteme veröffentlicht.
Darüber und noch viel mehr kann man sich auf einer extra Seite "Abdichtungskontrollsystemen in DeponieOnline LandfillOnline informieren.
(10-Jan-2001)
Zur Notwendigkeit von Oberflächenabdichtung und zur Wirksamkeit ist in einigen Veröffentlichungen von mir nachzulesen.
Veröffentlichungen von Klaus Stief
Hinweise auf zahlreiche andere Veröffentlichungen zum Thema "Oberflächenabdichtungen von Deponien und Altlasten" sind auf einer anderen Seite zusammengestellt. mehr ....
Meine Meinung auch zu Oberflächenabdichtungen, speziell zur Wirksamkeit tonmineralischer Abdichtungsschichten, findet man hier ....
Positive und kritische Reaktionen zu Meiner Meinung sind dort ebenfalls dargestellt.
Auf Tagungen sind sehr interessante Vorträge zum Thema Oberflächenabdichtungen für Deponien und Altlasten gehalten worden und in Büchern oder Tagungsunterlagen veröffentlicht worden.
mehr siehe Fachliteratur > Bücher
Sehr ausführlich Informationen zum Thema Oberflächenabdichtungen (caps) findet man im Internet unter verschiedenen Adressen
Der Zwischenbericht ist im Internet unter http://www.ravon.de/inhalt/ verfügbar (02-Apr-2005)
Inhaltsverzeichnis von der Internetseite des RAVON kopiert.
Zwischenbericht über die Testfelder Nadelwitz vom März 2001
Autoren:
Ulrich Heine, RAVON;
Antje Patzig, GUB Zwickau;
Dr. Franz Sänger, DBI-EWI Blankenburg;
Thomas Joachimsky, AIZ Zittau
Inhalt:
1. Einleitung
2. Stilllegungen von Deponien
3. Temporäre Abdeckung als Bestandteil und Voraussetzung für wirtschaftliche
Endabdichtungen
3.1. Arbeitsgruppe "Oberflächensicherung von Deponien - RAVON"
3.2. Testfelder auf der Deponie Nadelwitz
3.2.1. Notwendigkeit der Testfeldanlage
3.2.2. Zielstellung der Versuchsdurchführung
3.2.3. Aufbau der Testfelder
3.2.4. Zwischenergebnisse der Testfelder nach zwei Jahren
3.3. Praxisanwendungen
3.3.1. Überleitung
3.3.2. Deponie Bergen
3.3.3. Deponie Nadelwitz
3.4. Kostendarstellung
4. Zusammenfassung und Ausblick
Aus dem Internet sind mir Fragen zur Oberflächenabdichtung von Altdeponien zugeflattert, die auch ich ab und zu in Diskussionen gestellt habe und (wahrscheinlich) stellen werde, auf die ich aber bisher keine vernünftige, d.h. einleuchtende Antwort bekommen habe.
Lesen Sie selbst >
Von BMU Vertretern hörte man - ich glaube es war beim Kasseler Abfallforum 2002 - die folgende erstaunliche, befremdliche Argumentation: Wenn eine Altdeponie nicht einmal eine Basisabdichtung habe, müsse man bei der Oberflächenabdichtung ja auch nicht übertreiben und eventuell sogar eine Kombinationsabdichtung aufbringen! Warum die bestehenden Gesetze und anderen rechtlichen Regelungen, z.B. die Grundwasserverordnung nicht ausgereicht haben, um diese Deponien schon lange stillzulegen, wurde nicht erläutert. Warum solche Deponien trotz UVP-Gesetz und anderen offenbar verzichtbaren gesetzlichen Vorschriften von den zuständigen Behörden nicht stillgelegt werden, wurde auch nicht erklärt. Auch nicht erläutert wird, warum die Super-Deponien der Deponieklasse II und II gemäß Abfallablagerungsverordnung an der Basis und an der Oberflächen mit Kombinationsabdichtungen (oder gleichwertigen Abdichtungen) abgedichtet werden müssen - obwohl nur die harmlosesten Abfälle der Europäischen Union abgelagert werden dürfen.
Vielleicht brauchen wir in Anlehnung an die PISA-Studie eine Studie PICA (Program for International Capping Assessment) - Capping bedeutet Oberflächenaabdichtung -. Dann würde endlich einmal - wie in den Schulen - aufgehört drumrumzureden, andere oder was noch schlimmer ist, sich selbst zu täuschen und zu belügen.
Wer auf die o.g. Fragen Antworten weiß ist eingeladen, sie mir zuzusenden (info@deponie-stief.de). Wenn es sich lohnt werde ich eine neue Seite "MeineMeinung" aufmachen.
(05-Jul-2002)