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Endgültig stillgelegte Deponienstandorte müssen irgendwie genutzt werden. In der Nachsorgephase 1 (rechtliche Nachsorgephase - in der TA Siedlungsabfall (TASI) und auch in der Deponieverordnung (DepV) als Nachsorgephase bezeichnet) und in der Nachsorgephase 2 (also nach der Entlassung des Deponiebetreibers aus der Nachsorge durch die zuständige Behörde gemäß DepV).
Durch die Nutzung der Oberfläche des Deponiekörpers darf das (hoffentlich vorhandene) Deponieoberflächenabdichtungssystem nicht beschädigt werden. Zur Kontrolle der Deponieabdichtungen eigenen sich Abdichtungskontrollsysteme (auch als Leckdetektionssysteme bekannt). Siehe dazu auch Informationen von PROGEO Monitoring Systems und von SENSOR Dichtungs-Kontroll-Systeme GmbH.
Traditionell werden viele stillgelegte Deponien Freizeit- und Erholungsanlagen genutzt. Vielfach werden sie aber auch forstwirtschaftlich genutzt, wenn die Deponiestandorte zuvor in Waldgebieten eingerichtet wurden.
Neuerdings werden Deponien auch als Standorte für Windkraftanlagen oder für Photovoltaikanlagen genutzt. Erfahrungen liegen allerdings für diese Nutzungen wohl erst für die Nachsorgephase 1 vor.
Details zu Windkraftanlagen auf Deponien finden Sie über diesen Link
Details zu Photovoltaikanlagen auf Deponien finden Sie über diesen Link
Deponien mit Photovoltaikanlagen oder / und Windkraftanlagen werden neuerdings auch gerne als Energieberge bezeichnet.
Es wird nicht lange mehr dauern, dass auch Deponien auf denen Pflanzen angebaut werden mit dem Ziel "Biokraftstoffe" oder allgemeiner "Bioenergie" zu gewinnen (Stichwort: z. B. Energiewald), die verhassten Deponien in Energieberge verwandeln werden (siehe dazu: Dipl,- Ing. A. Tschackert: Landwirschaft - Forstwirtschaft - Energiewirtschaft, Überlegungen zur Nachnutzung der Deponie "Am Froschgraben". In: In: Zeitgemäße Deponietechnik 2011, Martin Kranert (Hrsg.). Stuttgarter Berichte zur Abfallwirtschaft März 2011. Band 101).
Aber auch stinknormale Deponien scheinen sich in wertvolle Rohstofflager zu verwandeln, seitdem man die Rettung Deutschlands im Falle der Verknappung von Rohstoffen (Stichworte: seltene Erden, Metalle, thermisch verwertbare Abfälle) im Landfill Mining, aber auch die Nutzung von Methangas (früher als schädliches Deponiegas verpönt) positiv bewertet, und sogar Forschungsvorhaben fördert.
Der neueste Clou ist die Entdeckung von stillgelegten Hausmülldeponien als Kohlenstoffspeicher und Stickstoffspeicher - ein ganz neuer Aspekt de CCS, des Carbon Capture Storage. Man lese dazu: "A New Approach to Evaluate the Sustainability of Landfills" von Marion Huber-Humer (BOKU Wien) in WASTE management world, May-June 2011. Die Veröffentlichung ist on-line unter http://www.waste-management-world.com verfügbar.
Von der Nutzung stillgelegter Deponien als Freizeit- und Erholungsparks, als Golfplätze wird man nach der Energiewende vielleicht nur noch verschämt reden und schreiben.