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01-Jan-2016

Deponie, Deponietechnik

Deponie > Deponiepraxis > Nachnutzung von Deponien

Endgültig stillgelegte Deponiestandorte, die sich in der Nachsorgephase befinden, und erst recht Deponiestandorte für die der Abschluss der Nachsorgephase festgestellt worden ist, müssen irgendwie genutzt werden. Wie die Nutzung aussehen kann und wer dafür verantwortlich ist, scheint mir rechtlich nicht klar geregelt.

Aus meiner Sicht sollte man 2 Nachsorgephasen unterscheiden, um die Zustgändigkeiten für die Unterhaltung der baulichen Maßnahmen und für die Überwachung durch die zuständigen Behörden klar darstellen zu können:

In die Nachsorgephase 1 (rechtliche Nachsorgephase gemäß Abfallrecht) und in die Nachsorgephase 2 (rechtliche Nachsorgephase gemäß Bodenschutzrecht).

Für die Nachsorgephase 1 (in der geltenden Deponieverordnung als Nachsorgephase bezeichnet) kann der Abschluss durch die nach Abfallrecht zuständige Behörde festgestellt werden - wenn Kriterien gemäß Anhang 5 der Deponieverordnung erfüllt sind. Zur Finanzierung aller technisch und verwaltungsmäßig erforderlichen Maßnahmen (es gilt das Vorsorgeprinzip), sollte der Deponiebetreiber Rücklagen gebildet haben.

In der Nachsorgephase 2 gilt im Altlasten- und Bodenschutzrecht das Gefahrenabwehrprinzip.

Durch die Nutzung der Oberfläche des Deponiekörpers darf das (hoffentlich vorhandene) Deponieoberflächenabdichtungssystem nicht beschädigt werden. Zur Kontrolle der Deponieabdichtungen eigenen sich Abdichtungskontrollsysteme (auch als Leckdetektionssysteme bekannt). Siehe dazu auch Informationen von PROGEO Monitoring und von SENSOR Dichtungs-Kontroll-Systeme GmbH.

Nachnutzungsvarianten

Traditionell werden viele stillgelegte Deponien Freizeit- und Erholungsanlagen genutzt. Vielfach werden sie aber auch forstwirtschaftlich genutzt, wenn die Deponiestandorte zuvor in Waldgebieten angeingerichtet wurden.

Neuerdings werden Deponien verstärkt als Standorte für Windkraftanlagen oder für Photovoltaikanlagen genutzt. Der Grund dürfte vorrangig in der üppigen Förderung nach dem EEG sein. Aber auch, um das schlechte Image der Deponien durch den "Kampf gegen den Klimawandel" zu verbessern: Stichwort "Der Energieberg Deponie".

Erfahrungen liegen allerdings für diese Nutzungen wohl erst für die Nachsorgephase 1 vor.

Allgemeine Anmerkungen zur Nachnutzung siehe > Deponiepraxis > Nachnutzung

Details zur Photovoltaikanlagen auf Deponien findet man hier

Details zu Windkraftanlagen auf Deponien findet man hier

Natürlich gehört auch die Verwertung von Methangas aus Deponien (Deponiegas) zur Nachnutzung > Deponiegas und Fachliteratur Deponiegas

Aber auch immer stärker die Nutzung stillgelegter Deponien zum Anbau von Energiepflanzen. Bereits im Jahre 2005 wurde dazu geforscht:

Nachnutzung von Deponien für den Anbau von Energiepflanzen Endbericht

FKZ: 804 34 001 F+E Vorhaben

Nachnutzung von Deponien für den Anbau von Energiepflanzen
- Bewertung von Anforderungen und Synergien bei der Produktion
von Energiepflanzen, der Deponienachsorge und dem Naturschutz -
Machbarkeitsstudie
Projektleitung: Technische Universität Braunschweig. Kompetenzzentrum internationaler Transfer – Umwelt und Infrastruktur, Prof. Dr. Klaus Fricke, Beethovenstraße 51 a, D-38106 Braunschweig, TEL: +49 (0)531 – 391 3970, FAX: +49 (0)531 – 391 4584, Email: klaus.fricke@tu-bs.de
Der Bericht ist im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen des Vorhabens erstellt worden.

Der Bericht war im Internet als PDF verfügbar unter http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/
service/051020endbericht_naturschutz_deponie.pdf

Aktueller ist folgende Veröffentlichung:

Dipl.-Ing. A. Tschackert, AVL Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg Landwirtschaft - Forstwirtschaft - Energiewirtschaft.
Überlegungen zur Nachnutzung der Deponie "Am Froschgraben"
In: Martin Kranert (Hrsg.): Zeitgemäße Deponietechnik 2011 " Nachsorge und Nachnutzung mit Programmteil SufalNet4eu -Modellvorhaben für die nachhaltige Nachnutzung von Deponien" Vertieferseminar an der Universität Stuttgart 2011: 16. März 2011
Erschienen in: Stuttgarter Berichte zur Abfallwirtschaft. Band 101,
ISBN 978-3-8356-3240-0, Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte-und Abfallwirtschaft, Universität Stuttgart

Hier wird über KUP (Kurzumtriebsplantagen) für Energiepflanzen nachgedacht

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