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25-Mär-2014

Deponie, Deponietechnik

Deponie > Sickerwasser > Infiltration

Infiltration von Deponiesickerwasser in den Deponiekörper (Sickerwasserrückführung, Sickerwasserkreislaufführung)

|Deponiesickerwasser Übersicht|

Einführung

Die Infiltration von Wasser in den Deponiekörper wird seit einiger Zeit als wichtige, ja notwendige Maßnahme bezeichnet, um aus Hausmülldeponien für unbehandelte Siedlungsabfälle einigermaßen nachhaltig umweltverträgliche Deponien zu machen, oder um das Deponiegaspotential einer Hausmülldeponie voll auszuschöpfen, um die installierten Entgasungsanlagen und Deponiegasverwertungsanlagen voll ausnutzen (amortisieren) zu können.

In der TA Siedlungsabfall Nr. 10.4.2 und Nr. 11.2. g wird die Rückführung von gefaßtem Deponiesickerwasser und von Rückständen aus der Sickerwasserreinigung untersagt.
In der EG Deponierichtlinie gibt es dazu keine Regelungen.
Das BMU prüft, inwiefern das Verbot der Rückführung von Deponiesickerwasser und von Rückständen aus der Sickerwasserreinigung in den Deponiekörper in eine Deponieverordnung aus der TA Siedlungsabfall übernommen werden sollte.

Vor diesem Hintergrund sind viele Aktivitäten und Initiativen zum Thema "Infiltration von Wasser in den Deponiekörper" vor dem Inkrafttreten der Deponieverordnung im Jahre 2003 zu sehen.

Das Verbot der Sickerwasserrückführung ist nicht in die Deponieverordnung (DepV) übernommen worden:

Deponieverordnung

Teil 4 Altdeponien, § 14 Oberirdische Deponien

...

(8) Für Deponien oder Deponieabschnitte, auf denen Hausmüll, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle, Klärschlämme und andere Abfälle mit hohen organischen Anteilen abgelagert worden sind, kann die zuständige Behörde zur Beschleunigung biologischer Abbauprozesse und zur Verbesserung des Langzeitverhaltens der Deponie in der Betriebsphase eine gezielte Befeuchtung des Abfallkörpers durch Infiltration von Wasser oder deponieeigenem Sickerwasser zulassen, wenn geeignete Voraussetzungen vorhanden sind und mögliche nachteilige Auswirkungen auf den Deponiekörper und die Umwelt verhindert werden. Zu den Voraussetzungen nach Satz 1 gehören insbesondere:

  1. qualifizierte Basisabdichtung,
  2. funktionierendes Sickerwasserfassungssystem,
  3. funktionierendes aktives Entgasungssystem,
  4. Oberflächenabdichtung oder temporäre dichte Abdeckung,
  5. relevante Mengen noch abbaubarer organischer Substanz im Deponiekörper,
  6. Einrichtungen zur geregelten und kontrollierten Infiltration und zur Kontrolle des Gas- und Wasserhaushalts der Deponie und der Begrenzung der Infiltrationsmengen auf das notwendige Maß,
  7. Nachweis der ausreichenden Standsicherheit des Deponiekörpers, auch unter Berücksichtigung der zusätzlichen Wasserzugaben.

"Historisches" zum Verständnis vieler Bemühungen bzw. Untätigkeiten

Anforderungen in der TA Siedlungsabfall (TASi)

TASi Nr. 10.4.2 Abs. 3

Gefaßtes Deponiesickerwasser und Rückstände aus der Sickerwasserreinigung dürfen nicht in den Deponiekörper zurückgeführt werden.

TASi Nr. 11.2 g)

Anfallendes Sickerwasser ist soweit wie möglich zu erfassen, zu kontrollieren und zu behandeln.
Die Anforderungen nach Nr. 10.4.2 sind zu beachten.

Meinung des Umweltbundesamtes im Jahresbericht 1997

Im Jahresbericht 1997 (Seiten 273 und 274 ) äußert sich das Umweltbundesamt "Zur Sickerwasserkreislaufführung - Interpretation der Anforderungen in der TA Siedlungsabfall" .
Der Text ist hier verfügbar.

LAGA ATA Empfehlungen

Die LAGA-Arbeitsgruppe "Infiltration von Wasser in den Deponiekörper und Oberflächenabdichtungen und Oberflächenabdeckungen" hat die Empfehlung "Infiltration von Wasser in den Deponiekörper" erarbeitet.

Das Arbeitspapier Infiltration von Wasser in den Deponiekörper gehört nicht zum Bericht zu Oberflächenabdichtungen und -abdeckungen. Die LAGA hat dieses Arbeitspapier zur Kenntnis genommen und dem Bund als Unterlage für die Novellierung der TASi übermittelt.

Von Interesse ist sicher die Empfehlung der Arbeitsgruppe

5. Empfehlungen der Arbeitsgruppe

Es wird empfohlen, in der TASi Nr. 11.2.1 Buchstabe g) folgenden Satz zu ergänzen:
„Die Zuführung von Sickerwasser in den Deponiekörper kann angezeigt sein, wenn es zur Aktivierung der biologischen Abbauvorgänge erforderlich ist, geeignete Voraussetzungen vorhanden sind und keine nachteiligen Auswirkungen auf den Deponiekörper und die Umwelt zu erwarten sind.“

Empfehlung des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie

Die Empfehlung der LAGA zum Thema Infiltration von Wasser in den Deponiekörper ist in schriftlicher Form als AbfallwirtschaftsFakten 6 und Abfallwirtschaftsfakten 1.1 (Infiltration ...) des NLÖ veröffentlicht.

Fachgespräch im Umweltbundesamt

Am 14. Dezember 2000 fand im Umweltbundesamt ein Fachgespräch "Infiltration von Wasser in den Deponiekörper" statt.

Falls Kurzbeiträge im Internet verfügbar gemacht werden, wird hier darauf hingewiesen.

Beschleunigter Stoffaustrag aus Reaktordeponien

In ihrer Dissertation Beschleunigter Stoffaustrag aus Reaktordeponien hat Dr. rer. nat. Kornelia Drees den Einfluß der Sickerwasserrückführung auf die Abnahme der Sickerwasserbelastung und der Deponiegasproduktion untersucht. Die Auswirkungen auf die Länge der Nachsorgephase und die Nachsorgekosten werden betrachtet.
Die Dissertation an der Fakultät für Bauingenieurwesen der RWTH-Aachen
ist online verfügbar als pdf-Datei (2,2MB)
http://sylvester.bth.rwth-aachen.de/dissertationen/2000/59/00_59.pdf
(11-Feb-2001)

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