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Fachgespräch
"Infiltration von Wasser in den Deponiekörper"

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Fachgespräch
"Infiltration von Wasser in den Deponiekörper"
am 14.12.00 im Umweltbundesamt

Beim Fachgespräch wurden zu vorgegebenen Fragestellungen mündlich Kurzbeiträge vorgetragen. Es wurde angeregt, die Kurzbeiträge im Internet zu veröffentlichen. Soweit wie möglich wird hier auf die Internetadressen hingewiesen, unter denen die Beiträge zu finden sind.

1. Fragestellung:
Welche positiven oder auch negativen Auswirkungen sind durch eine gezielte Infiltration von Wasser in den Deponiekörper zu erwarten? Läßt sich die Dauer oder der Aufwand bei der Nachsorge einer Deponie durch eine solche Maßnahme verkürzen?

Beitrag Dipl.-Ing. Peter Bothmann,
Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, Karlsruhe

Kritische Fragen zur Infiltration von Wasser in den Deponiekörper

Offene Fragen:

  1. Wie bringe ich das Wasser dorthin, wo es gebraucht wird ?
  2. Wie verhindere ich die Inkrustierung von Dränagen ? (relevant, wenn 1. gelöst ist)
  3. Wie verhindere ich bei mineralischen Abdichtungen, dass Sickerwasser in den Untergrund gelangt ?

Hoffnungen

  1. Durch die künstliche Anfeuchtung werden biologisch abbaubare organische Substanzen innerhalb kurzer Zeit soweit abgebaut und mineralisiert, dass die Deponie aus der Nachsorge entlassen werden kann
  2. Durch die künstliche Anfeuchtung kann die Gasproduktion über lange Zeit gesteigert oder auf einem hohen Niveau gehalten werden

Hauptkritikpunkte

  1. Das infiltrierte Wasser erreicht nicht die wasserbedürftigen Bereiche.
    Eine Kontrolle, wie sich das Wasser verteilt, ist nicht möglich (es herrscht das Prinzip Hoffnung)
  2. Bei nur mineralisch abgedichteten Deponien verschwinden etwa 10 bis 20 % des Sickerwassers im Untergrund (ist hier die Infiltration genehmigungsfähig? vgl. Grundwasserverordnung)
  3. Wasser im Deponiekörper bereitet Probleme
    • Inkrustation von Dränagen (Rohr-, Flächendränage)
    • Verschluss der Gaserfassungseinrichtungen (Kollektoren, Leitungen)
    • Verringerung der Deponiestandsicherheit
      • verminderte Scherfestigkeit (Reibung, Kohäsion)
      • Auftrieb, Wasserdruck
      • Strömungskräfte
    • Hohlraumbildung durch Auslaugung (Sackungen)
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