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25-May-2012

Fachliteratur

Abdichtung von Deponien und zur Altlastensicherung

Mineralische Abdichtungen 2003 -2001

| Abdichtungen Übersicht | Kapillarsperren | Wasserhaushalt | Austrocknung |
siehe auch Oberflächenabdichtungen

| 2005 | 2004 | 2003 2002 2001| 2000 und davor (1999 | 1998 | 1997 |)

2003

Horn, Rainer
Auswirkung von periodischer Austrocknung und Wiederbewässerung auf die Schrumpfrissbildung von künstlich erzeugten Gemischen aus groben starren Körnern und quellfähigem Feinmaterial
Müll und Abfall 2003 Heft 10 Seiten 521-525
Aus der Einleitung: In jüngster Zeit werden nun neue vergütete Abdichtungssysteme wie z. B. Trisoplast® als verbessertes Abdichtmaterial für den Oberflächeneinbau empfohlen, wobei neben der Rissunempfindlichkeit auch die geringere Schichtmächtigkeit und die leichte Handhabbarkeit des Materials hervorzuhebende Merkmale seien. Inwiefern dieses Material bei den laut TASI (1993) maximal erlaubten bzw. in dieser [Verwaltungsvorschrift] festgeschriebenen Temperaturspannen rissunempfindlich ist bzw. welche prozesse auch in diesem material ähnlich den anderen materialien ebenfalls zu betrachten sind, wird in dem Beitrag anhand einiger Untersuchungsergebnisse dokumentiert.
Fazit der Untersuchungen (etwas anders formuliert, als in der Veröffentlichung:
Bodensubstrate zeigen unabhängig von der Körnungszusammensetzung stets ein Schrumpfungs- und Quellungsverhalten und sind damit generell immer dann anfällig für Rißbildung, wenn der Gesamtverband der einzelnen Bodenbestandteile nicht mit den Umgebungsbedingungen im Spannungsgleichgewicht steht. Dieses Spannungsgleichgewicht beinhaltet sowohl die hydraulischen Vorspannungen wie auch die mechanischen oder thermischen sowie chemischen Vorbelastungen. Diese Aussage ist gleichbedeutend mit der Information, dass generell keine wie auch immer gemischten Substrate existieren, die nicht anfällig für eine Änderung der Porengeometrie und Stabilität sind, solange diese eingangs definierten Randbedingungen nicht erfüllt sind. Folglich kann ein insgesamt vorgetrocknetes und in dieser Zusammensetzung dann auch dichtes bzw. verfestigtes Material solange nicht weiterschrumpfen, solange nicht eine intensivere Folgequellung und erneute Austrocknung erfolgt. Das Gleiche gilt auch für die mechanische Vorspannung z.B. durch Einwalzen, wenn die Folgelasten nicht diese Vorverdichtung überschreiten und wenn nicht durch den Walzvorgang selbst die hydraulischen Vorspannungen wieder aufgeweicht worden sind, da die Wassermenisken ihre Form und damit auch Wirkung geändert haben.
Folglich ist eine wesentliche Voraussetzung für die langfristige Dichtigkeit von Deponieabdichtungssystemen, dass das Porensystem in sich starr ist und nicht durch externe Kräfte verändert und damit aufgeweicht wird. Unter den letzteren Bedingungen wäre es dann auch nicht zu verhindern, dass ein noch so intensiv aufbereitetes Material dann anschließend trotzdem sein Dichtfunktion verlieren muß. Vor diesem Hintergrund sind damit auch entsprechende Untersuchungen gerade unter Einbeziehung von hydraulischen und mechanischen Kennwerten zur Prognose einer langfristigen Dichtwirkung alternativer oder verbesserter Abdichtsysteme erforderlich und es reicht per definitionem nicht aus, von genereller Dichtigkeit aufbereiteten Materiales ohne entsprechende Vorspannung zu sprechen. Die in der Literatur beschriebenen Problemfälle belegen diese zusammenfassenden Gedanken zur langfristigen Dichtigkeit von Deponieabdichtungssystem.

(12-Nov-2003)

Schröder, Hans-Peter; Düllmann, Horst
Baupraktische Erfahrungen und geotechnische Besonderheiten beim Einbau von TRISOPLAST® in der Oberflächen-Kombinationsabdichtung auf der Deponie Brohl-Lützig
In; Bauhaus-Universität Weimar Schriftenreihe Geotechnik, Heft 10 Band 1,
Hrsg. Karl Josef Witt, Rolf Katzenbach "1. Symposium Umweltgeotechnik" Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V., Fachsektion Deponien und Altlasten. Weimar 2003
(23-Okt-2003)

Bethke, Harald; Biener, Ernst; Sasse, Torsten, Wemhoff, Thomas
Die Eignung von Baggergut als mineralische Komponente in Deponieoberflächenabdichtungssystemem
WLB Supplement TerraTech 9/2003 Seiten TT 14 bis TT 18
Aus der Einleitung:
Bei der Sanierung einer Altablagerung nach Bodenschutzrecht wurde nach Systemvergleichen eine qualifizierte Oberflächenabdeckung in Form einer Kombinationsdichtung ausgeführt. Ungewöhnlich ist die mineralische Dichtung aus Hafenbaggergut, für die bewusst auf einige Standardanforderungen einschlägiger Regelwerke verzichtet wurde. Das System ist aber im Sinne der generellen Anforderungen dieser Regelwerke (TASi und DepV) ein gutes Beispiel für eine technisch und wirtschaftlich optimierte Lösung.
Sonst noch interessant:
Die insgesamt 8,2 ha große Altablagerung Bockhorner Weg, Bremen grenzt unmittelbar an ein Wohngebiet. Die Altablagerung befindet sich in der Trinkwasserschutzzone IIIa eines Wasserwerkes. Der zukünftige Flächennutzungsplan beinhaltet die Ausweisung der Altablagerung als Grünfläche mit der Zweckbestimmung Sportanlage (Golfplatz)
Aus den Schlussbemerkungen:
Unsere gemeinsamen Erfahrungen zeigen, dass Planung, Genehmigung und Ausführung kostenoptimierter Oberflächenabdichtungssysteme in der Regel erheblich höhere Anforderungen an die Beteiligten stellen als die Ausführung von Standardsystemen. Insoweit besteht umso mehr die notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit entsprechend sachkundigen partnern, die sich dieser besonderen Problematik mit der angemessenen Verantwortung bewusst sind.

(09-Sep-2003)

Bienen und Dirk Heyer
Optimierung gemischtkörniger Dichtungsstoffe bei besonderer Beachtung des Austrocknungsverhaltens
In: Henken-Mellies, U. (Hrsg.) Abdichtung, Stilllegung und Nachsorge von Deponien, Veröffentlichungen des LGA-Grundbauinstitus Nürnberg, Heft 81,
Eigenverlag LGA 2003, LGA Grundbauinstitut, 90431 Nürnberg, Tillystr. 2
Inhaltsverzeichnis
Insbesondere erwiesen sich gemischtkörnige Böden mit einer Kornverteilung zwischen "tragendem" und "schwimmenden" Grobkorn, leicht- bis mittelplastischem Ton in Feinkornbereich und eine Zugabe von Natrium-aktiviertem Calziumbentonit zur Verringerung der Durchlässigkeit sowie der Verbesserung der Quelleigenschaften als günstig.
(19-Mai-2003)

Ramke, Hans-Günter
Austrocknungsverhalten mineralischer Abdichtungsschichten in Deponie-Oberflächenabdichtungssystemen. - Ergebnisse des Status-Workshops der Arbeitsgruppe "Oberflächenabdichtungssysteme" des AK 6.1 der DGGT
In: Henken-Mellies, U. (Hrsg.) Abdichtung, Stilllegung und Nachsorge von Deponien, Veröffentlichungen des LGA-Grundbauinstitus Nürnberg, Heft 81,
Eigenverlag LGA 2003, LGA Grundbauinstitut, 90431 Nürnberg, Tillystr. 2
siehe auch ausführliches Inhaltsverzeichnis
Ramke gibt Empfehlungen für die Praxis für die Verwendung von wirksamen mineralischen Abdichtungsschichten in Oberflächenabdichtungssystemen - zu den Bereichen

  • Gestaltung des Bewuchses
    - wenn Wald das Rekultivierungsziel ist, muß die Schichtmächtigkeit   mindestens 3 m betragen.
    - In der Konsequenz muss als Zielzustand der Vegetation Grünland   angesetzt werden. Dieser Vegetationszustand ist durch gezielte   Pflegemaßnahmen langfristig zu erhalten (Mahd). Eine regelmäßige Mahd   kann das Tiefenwachstum von Wurzeln nicht völlig unterbinden, aber doch   reduzieren.
  • Rekultivierungsschicht
    - Mächtigkeit minestens 1,50 m
    - Bei einer Schichtmächtigkeit von < 2,0 m ist eine Wurzelsperre im unteren   Bereich zweckmäßig. Bei Trockenstandorten sollte hierfür eine   Kunststoffdichtungsbahn verwendet werden.
  • Entwässerungsschicht
    - keine Durchlüftung der Entwässerungsschicht
    - Feinkies besser geeignet als Grobkies
    - Sandschicht oder Vliesstoff zum Feuchthalten der mineralischen Abdichtung
  • mineralische Abdichtung
    u.a. Der Einbau der mineralischen Abdichtung sollte unter Berücksichtigung der zulässigen maximalen Durchlässigkeit so trocken wie technisch möglich erfolgen, um das Schrumpfpotential möglichst gering zu halten (keine Porenwasserüberdrücke beim Einbau).

mehr...

Behrens, Wolfgang; Lokatis, Manfred
Deponiestilllegung unter Verwendung eines alternativen Abdichtungsmaterials
WLB Wasser, Luft und Boden 3/2003
Berichtet wird über die Erfahrungen mit einer temporären Oberflächenabdeckung aus TRISOPLAST® auf der Deponie Pritzwalk-Sommersberg. Man erwartet, daß die temporäre Abdeckung später einmal als endgültige Abdichtung anerkannt wird.
TRISOPLAST wird seit 2011 vertrieben von www.gquadrat.de

2002

Ramke, Hans-Günther; Gartung, Erwin; Heibrock Gunnar; Lükewille, Walter; Melchior, Stefan; Vielhaber, Beate; Bohne, Klaus; Maier-Harth, Ulrich; Witt, Karl-Josef (Herausgeber)
Austrocknungsverhalten mineralischer Abdichtungsschichten in Deponie-Oberflächenabdichtungssystemen
Tagungsband zum Status-Workshop
(siehe Bücher und Tagungsunterlagen 2002)
Sehr interessante und für die Praxis wichtige Erkenntnisse über die Austrockung tonmineralischer Abdichtungsschichten. Wichtige Empfehlungen und offene Fragen.

Behrens, W.; Neumann, M.
Untersuchungsergebnisse zu einigen mechanischen Eigenschaften von TRISOPLAST®
Müll und Abfall 2002/ Heft 2 Seiten 86-89

2001

Melchior, Stefan
Erfahrungen mit herkömmlichen und modifizierten mineralischen Oberflächenabdichtungen

12. Abfalltagung des LANU SH "Neues aus Abfallrecht und Abfallwirtschaft"
Details zur Tagung siehe hier

Horn, Rainer
Verbesserung der Langzeitbeständigkeit durch modifizierte mineralische Abdichtungssysteme
12. Abfalltagung des LANU SH "Neues aus Abfallrecht und Abfallwirtschaft"
Details zur Tagung siehe hier
Besonders interessant, weil Prof. Horn schreibt - und das ist sehr verkürzt zusammengefaßt - daß die Austrocknung von mineralischen Abdichtungsschichten unvermeidbar ist, wenn man die Anforderungen der TASi nach Verdichtung auf dem nassen Ast der Proctorkurve erfüllt. Das sei fachlich falsch. Die Austrocknung kann man zuverlässig vermeiden, wenn auf dem trockenen Ast der Proctorkurve verdichtet wird.
Vortragsmanuskript als pdf-Datei 307K
Wer schließt sich der Meinung an? Wer argumentiert dagegen? Schreiben Sie mir an e-mail: info@deponie-stief.de
Das dürfte auch ein heißes Thema für den DGGT Workshop "Mineralische Abdichtungen" werden.

Huber, Wolfgang
Sickerwasseranfall bei mineralischen Oberflächenabdichtungen unter dem Gesichtspunkt der Nachsorge
Vortrag; Bayerische Abfall- und Deponietage 2001, Veranstalter KUMAS
Huber stellt in der Zusammenfassung u.a. fest:
Die Auswertung der Wasserhaushaltsdaten am Beispiel der HMD Gallenbach aus den zurückliegenden 5 Jahren zeigt, daß die Wirkung der mineralischen Oberflächenabdichtung im Verbund mit der Rekultivierungs- bzw. Vegetationsschicht stark von der Jahreszeit abhängt. Der Sickerwasseranteil am Niederschlag beträgt während der Vegetationsperiode nur noch bis zu 6%. Im Winter liegt der Anteil bei bis zu 19 %. Diese Zahlen sind aufgrund von Literaturangaben im üblichen Bereich für Deponien mit einer mineralischen Oberflächenabdichtung.
Die Nachteile des hohen Sickerwasseranfalls werden anhand von Kostenbetrachtungen deutlich gemacht.

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