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03.12.2010

Fachliteratur

21. Nürnberger Deponieseminar

Deponien nach 2009: Weiterbetrieb sowie Abdichtung und Nachsorge; Umgang mit Altablagerungen

Dr. Ulrich Henken-Mellies (Hrsg.)
21. Nürnberger Deponieseminar 2010-11-27 Deponien nach 2009: Weiterbetrieb sowie Abdichtung und Nachsorge; Umgang mit Altablagerungen
Veröffentlichungen des LGA-Grundbauinstituts, Nürnberg. Eigenverlag LGA, Nürnberg 2010. ISSN 0343-8007. Herausgeber: TÜV Rheinland LGA Bautechnik GmbH, Grundbauinstitut, LGA Training & Consulting, Nürnberg

Inhaltsverzeichnis

10 Monate neue Deponieverordnung – erste Erfahrungen
Dr. B. Kaukal
20 Jahre Pilotprojekt Deponie  Wirmsthal
Dr.-Ing. Bernd Müller & Matthias Dorn
Deponienachsorge in der Schweiz: Grundlagen und Praxisbeispiel
Dipl.-Ing. Achim Bachofner
Deponienachsorge – die österreichische Perspektive
Dr. Johann Fellner
Die Kapillarsperre – 10 Jahre Messresultate bei zwei Testfeldern auf der Deponie Heinersgrund
Dipl.-Ing. Reto Nydegger
Ausführung von Rekultivierungsschichten mit möglichst geringer Verdichtung – Erfahrungsbericht aus einem Forschungsvorhaben und Praxisbeispiele
Dipl.-Ing. (FH) Eckhard Haubrich
Ergebnisse zur Wirksamkeit ausgewählter Oberflächenabdichtungssysteme der Versuchsfelder der MEAB auf der Deponie Deetz
Dr. habil. Stefan Melchior; Dr. Bernd Steinert; Dipl.-Ing. Steffen Raabe
Erkundung und Sanierung gemeindeeigener Hausmülldeponien – Erfahrungen aus der Praxis
Dr. Thilo Hauck
Deponie Schlackenberg (in Sulzbach-Rosenberg) – Umsetzung der Sanierungsziele
Dipl.-Ing.  (FH)  Christian Götz & Dipl.-Ing. Jürgen Müller
Deponien 2100: ein geologischer Ausblick
Dr. Ulrich Henken-Mellies
Er hat ja so recht. Aber Deponien gibt es erst seit 40 Jahren und erst seit ca. 20 Jahren spricht man von Deponiebauwerken, in denen die Abfälle sicher nicht für hunderte ja tausende von Jahren eingekapselt bleiben sollen. Darum gab es ja das "Multibarrierenkonzept"! an das sich bis 2005 kaum jemand gehalten hat. Wer nun aber große Ängste vor den Umweltschäden durch die Hausmülldeponien hat, die in den Jahren zwischen 1985 und 2005 verfüllt und mehr oder weniger gut abgedichtet wurden, und bei denen in den nächsten hundert Jahren die Abdichtungen unwirksam werden könnten (wenn sie es nicht schon heute sind), kann sich beruhigen: Die Abfälle, die im industriellen Zeitalter erzeugt und "entsorgt" wurden, und alle Abfälle, die als Kriegsfolgeschäden "beseitigt" wurden, stehen unter Beobachtung der Altlastenexperten. Und die handeln auf der Grundlage des Gefahrenabwehrprinzips, was dazu führt, dass vielfach "kein zwingender Handlungsbedarf" festgestellt wird.
Die Frage, die vielleicht auch den Autor zu seinem Beitrag bewogen hat, ist: lohnt es sich überhaupt Deponien abzudichten, oder ist es nicht geradezu kontraproduktiv, weil Sicherheit vorgegaukelt wird? Meine Antwort ist: Deponieabdichtungen waren bisher sehr nützlich. Basisabdichtungen haben viele aus dem Traum geweckt, dass man die Sickerwasserbildung durch " geeigneten" Deponiebetrieb vermeiden kann. Über Jahrzehnte konnte verunreinigtes Sickerwasser kontrolliert behandelt werden, und es hat sich (folgenlos) gezeigt, dass die Einstufung von Sickerwasser aus Hausmülldeponien übertrieben ist. Deponiegas ist jahrzehntelang aus Deponien in die Atmosphäre entwichen. Erst nach der Abdichtung der Deponieoberflächen wurde die Deponiegasfassung überhaupt notwendig, und außerdem vollständiger. Die Verhinderung des aeroben oder anaeroben Abbaus biologisch abbaubarer Abfälle durch Oberflächenabdichtungen kann technisch leicht ausgeglichen werden.
Aber wollen wir überhaupt eine Veränderung der Abfälle in Hausmülldeponien bevor wir uns klar darüber sind, ob in den Hausmülldeponien nicht das Rohstoffpotential der Zukunft für Deutschland schlummert, wie es u. a. Prof. Faulstich, Vorsitzender des Rates von Sachverständigen der Bundesregierung immer wieder betont? Die Frage ist aber, ob es vernünftig ist meterdicke, zumindest in den ersten 30 bis 50 Jahren beschränkt wasserdurchlässige Wasserhaushaltsschichten statt dünner wasserdichter Abdichtungsschichten zu installieren, wenn der Rückbau einer Deponie nicht ausgeschlossen werden kann?
Viele Fragen und viele unterschiedliche, ja widersprüchliche Antworten. Interessant ist, dass hauptsächlich über die "ewige Nachsorge" von Hausmülldeponien diskutiert wird, Sonderabfalldeponien aber weder beim Deponierückbau noch bei der Nachsorgeverantwortung besonders berücksichtigt werden. Die untertägige Entsorgung von Sonderabfällen in Salzbergwerken wird ja auch bald ein Ende haben müssen, wenn es richtig ist, dass Salz selbst für die Endlagerung von Atommüll ungeeignet ist, obwohl die Radioaktivität der Abfälle im Laufe von Jahrtausenden animmt, die Toxizität der Sonderabfälle aber nicht. Was sagt der Geologe?
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