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16-Feb-2012

Fachliteratur

Deponiegas (Übersicht)

Die Fachliteraturhinweise sind auf verschiedene Jahrgänge verteilt. Nutzen Sie die nachstehenden Links.

Alle Veröffentlichungen zum Thema "Deponie" findet
man über Fachliteratur Deponie, Deponietechnik

Historisches

Heribert Pierau, Berlin

Entgasung von Abfalldeponien - Schadgase verlieren ihre Gefährlichkeit

Sonderdruck aus der Zeitschrift Kommunalwirtschaft Heft 4/1975
Deutscher Kommunal-Verlag GmbH, Düsseldorf, Roseggerstraße 5 a

Gescannt und hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Kommunal-Verlages
Telefon: 02191 666592 post@kommunal-verlag.de

> Die Veröffentlichung als pdf-Datei

Es ist wirklich spannend zu lesen. Leider waren Pierau damals die Begriffe "Treibhauseffekt" oder "Methan als Klimakiller" nicht eingefallen. Aber wenn, dann wäre er ausgelacht worden, so wie er ausgelacht worden ist als er Deponiegas als "Schadgas" problematisiert hat und dann auch noch die "energetischen Nutzung" empfohlen hat.

Zum Appetit machen, lesen Sie doch seine Schlußbetrachtungen:

" 6. Schlußbetrachtung
Bei allen energiewirtschaftlichen Betrachtungen und Spekulationen könnte man beinahe vergessen, was der Ausgangspunkt unserer Überlegungen war. Wesentliches Anliegen war jedoch, Mittel und Wege aufzuzeigen, um den Zersetzungsgasen aus den anaeroben Prozessen
in Abfalldeponien ihre Gefährlichkeit zu nehmen. Dabei ist gewiß deutlich geworden, daß hier nicht Umweltschutz um seiner selbst willen gefordert wird, sondern es zugleich um die Erhaltung und Schaffung volkswirtschaftlicher Werte geht. Zersetzungsgase sind Schadgase; sie gefährden Menschenleben in mannigfacher Weise, belästigen als Schwelbrände und zerstören mit explosiver Gewalt. Sie machen die proklamierte schadlose Integration abgeschlossener Deponien in das Landschaftsgefüge zur Farce, so lange alle Bemühungen um eine standortgerechte Begrünung im Mißerfolg enden und eine bauliche Nutzung ein Spiel mit dem Leben bedeutet. Wie groß ist der Erholungswert einer „L a n d schaft“ , in der kein Grashalm gedeihen w ill? Es wurde schon sehr viel Geld für die Rekultivierung von Abfalldeponien
und die Sanierung von Müllkippen ausgegeben; als Gegenwert blieb häufig nur ein Geisterwald
abgestorbener Gehölze.

Der Ausweg aus dieser Situation ist die gezielte Entgasung von Abfallablagerungen. Die technischen Voraussetzungen für den Routinebetrieb sind geschaffen.
Wird rechtzeitig mit der Entgasung von Abfalldeponien begonnen, steht einer unmittelbar anschließenden erfolgreichen Rekultivierung des Deponiegeländes nichts mehr im Wege. Auch eine bauliche Nutzung des Geländes kann ohne Furcht ins Auge gefaßt werden. Umweltschutz
kostet Geld. In diesem Falle stehen die Kosten für die Anschaffung der notwendigen technischen Ausrüstung in keinem Verhältnis zu dem hohen finanziellen Einsatz, der beispielsweise riskiert wird, wenn Begrünnungsmaßnahmen ohne vorangehende und parallellaufende Entgasungsmaßnahmen gewagt werden.

Die ersten serienmäßig hergestellten Entgasungsapparaturen sind inzwischen in Berlin auf abgeschlossenen Großdeponien in Funktion gegangen. Unauffällig stehen die grauen „Kästen“ auf dem Deponiegelände; farb- und rauchlos verbrennt das Schadgas im Flammenrohr
und nur nachts weisen Gasfackeln daraufhin, daß rund um die Uhr Schadgas aus dem Müllkörper gefördert wird. Bald werden diese Gasfackeln verlöschen. Dann werden die hochenergetischen Schadgase der Stromerzeugung dienen. — Dank der gezielten Entgasung wird es schon in absehbarer Zeit möglich sein, die geplanten Naherholungsobjekte auf dem Gelände
der ehemaligen Großdeponien Schritt für Schritt zu realisieren."

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