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31-Dez-2000

Meine Meinung

Tonmineralische Abdichtungen für Oberflächenabdichtungen von Deponien und Altlasten ungeeignet!!?

Ihre Meinungen zu Meiner Meinung

Neu: Untersuchungen an der Hausmülldeponie Gallenbach zeigen die Unwirksamkeit tonmineralischer Abdichtungsschichten in Oberflächenabdichtungen. mehr ...

Es wir immer wahrscheinlicher, daß tonmineralische Abdichtungsschichten für Deponieoberflächenabdichtungssysteme ungeeignet sind, weil sie wegen Feuchtigkeitsverlusten (Austrocknung) Trockenrisse bekommen und unwirksam werden. Mit einer Selbstheilung ist offenbar in der Regel nicht zu rechnen.

Berger hat in der Veröffentlichung Wasserhaushalt von Inertstoffdeponien Entsorgungspraxis 2000 Bd. 18 (7/8), S. 27-31 auf der Basis von Wasserhaushaltsberechnungen mit HELP 3.07 D festgestellt, daß die mineralische Dichtungsschicht des Regeloberflaechenabdichtungssystems der TA Siedlungsabfall fuer Deponieklasse I austrocknungsgefaehrdet ist und daher ihre hydraulische Wirksamkeit weitgehend verlieren kann.

Breh hat im Rahmen einer Exkursion zur Deponie Karlsruhe West (10 Karlsruher Deponie- und Altlastenseminar, 8. Nov. 2000) über die Wirksamkeit einer Deponieoberflächenabdichtung aus Kapillarsperre mit darüberliegender 60 cm dicken tonmineralischer Abdichtungsschicht in einem Testfeld berichtet. Die mineralische Dichtungsschicht war ca. 2 Jahre lang wirksam, so daß praktisch kein Niederschlagswasser in der Kapillarsperre zum Abfluß kam. Danach wurde der Abfluß in der Kapillarsperre immer größer. Das bedeutet im Klartext nichts anderes, als daß die mineralische bereits nach 2 Jahren unwirksam wurde.

Krümpelbeck und Ehrig haben auf der Basis der Auswertung von Deponiedaten (Deponiegas und Deponiesickerwasser) festgestellt, daß bei Deponien mit mineralischer Deponieoberflächenabdichtung die Deponiegasproduktion nicht wesentlich behindert worden sind, was nichts anderes bedeuten kann, als daß die mineralischen Deponieoberflächenabdichtungen in vielen Fällen unwirksam waren.

Da kein Zweifel besteht, daß diese Berichte zutreffen, muß (leider) festgestellt werden, daß tonmineralische Abdichtungsschichten zur Verhinderung der Infiltration von Sickerwasser in den Deponiekörper ungeeignet sind. Die Forderungen und Anforderungen in Anhang E der TA Abfall, der auch für die TA Siedlungsabfall gilt müssen korrigiert werden. Sie sollten auf keinen Fall in die Deponieverordnung übernommen werden.

Die Feststellungen hinsichtlich der Unwirksamtkeit der tonmineralischen Abdichtungen gelten zunächst hauptsächlich für einfache Abdichtungen, jedenfalls nicht für tonmineralische Abdichtungsschichten in Kombinationsabdichtungen. Wenn aber die o.g. Sachverhalte zutreffen, dann verliert die tonmineralische Abdichtungsschicht ihre Bedeutung für die langfristige Verhinderung der Infiltration von Niederschlagswasser in den Deponiekörper. Dann sollte durch eine langfristig wirksame Abdichtungsschicht ersetzt werden. Vielleicht ist es an der Zeit, den Nutzen einer Kombinationsabdichtung überhaupt erneut zu prüfen.

Klaus Stief, Berlin 11.11.2000

Wolfgang H uber berichtet über Untersuchungen an einer Oberflächenabdichtung auf der Hausmülldeponie Gallenbach, Bayern und stellt in der Zusammenfassung u.a. fest:
Die Auswertung der Wasserhaushaltsdaten am Beispiel der HMD Gallenbach aus den zurückliegenden 5 Jahren zeigt, daß die Wirkung der mineralischen Oberflächenabdichtung im Verbund mit der Rekultivierungs- bzw. Vegetationsschicht stark von der Jahreszeit abhängt. Der Sickerwasseranteil am Niederschlag beträgt während der Vegetationsperiode nur noch bis zu 6%. Im Winter liegt der Anteil bei bis zu 19 %. Diese Zahlen sind aufgrund von Literaturangaben im üblichen Bereich für Deponien mit einer mineralischen Oberflächenabdichtung.
Wie lange soll es eigentlich noch dauern, bis technisch wissenschaftliche Vereine, wie z.B. der AK 6.1 der DGGT, Stellung beziehen und das BMU bzw. das UBA auffordern, den Anhang E der TA Abfall bzw. TA Siedlungsabfall zu ändern. Wenn das aus formalen Gründen nicht geht, dann muß eben eine besondere Mitteilung auf die Fehler im Anhang E hinweisen, um Felinvestiotionen zu vermeiden. - Wasser in den Deponiekörper kann man auch auf preiswertere Art und Weise bekommen, als mit einer unwirksamen Abdichtung. - Auch dem Abfalltechnikausschuss der Länderarbeitsgemeinschaft (LAGA ATA) stünde es gut an, Stellung zu beziehen.
(20-Mai-2001)

Aus Anlaß dieser Mitteilung haben Dipl.-Ing. Jürgen Schmid und Prof. Dr.-Ing. Hartmut Schulz mir und Ihnen ihre Meinung mitgeteilt. Diese ist hier nachzulesen. Aber Sie sollten vielleicht am Anfang zu lesen anfangen
Ich verstehe die Meinung von Schmid und Schulz so: Man kann tonmineralische auch so herstellen, daß sie, entsprechend den der Planung zugrunde liegenden Parametern, wirksam sind. Aber das ist schwierig und erfordert Sachkenntnis. Man kann aber auch vieles falsch machen. Aus meiner Sicht ist das letztere das eigentliche Problem. Wie kann gewährleistet werden, daß bei den meisten Anwendungen alles richtig gemacht wird. Aber lesen Sie die Meinung von Schmid und Schulz selbst.
(26-Jun-2001)

zum SeitenanfangIhre Meinungen zu meiner Meinung

Zu meiner Meinung zu tonmineralischen Abdichtungen für Deponien und Altlasten haben sich folgende Experten geäußert:

  • Dipl.-Ing. Jürgen Schmid und Prof. Hartmut Schulz, Universität der Bundeswehr München, Institut für Bodenmechanik und Grundbau
    (26-Jun-2001)
  • Dr. Klemens Finsterwalder, Finsterwalder Umwelttechnik GmbH & Co.KG
    (21-Mai-2001)
  • Dipl.-Ing. Rainer Zeh, Bauhaus-Universität Weimar
  • Dipl.-Ing. Peter Bothmann, LFU Baden-Württemberg
  • Prof. Ernst Biener, Umtec Prof. Biener, Sasse und Partner GbR (23.11.00)
  • Dipl-Ing. Roth und Dipl.-Ing. Schumüller, Ingenieurbüro Roth & Partner (6.12.00)
  • Prof. Dr. Rainer Horn, Universität Kiel, Institut für Pflanzenernährung ...
    (31.12.00)
  • Dr. habil. Stefan Melchior (12-Feb-2001)

Lesen Sie die Reaktionen auf Meine Meinung zur Eignung tonmineralischer Dichtungen für Oberflächenabdichtungen hier ...

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