Startseite www.deponie-stief.de DeponieOnline

www.deponie-stief.de

07-Jun-2001

Meine Meinung

Strategie zum Umgang mit Altdeponien

Meine Meinung
zum Beitrag Strategie zum Umgang mit Altdeponien

Stegmann, Bidlingmaier, Bilitewski, Collins, Doedens, Ehrig, Freding, Fricke, Grüneklee, Heyer, Lechner, Müller, Rettenberger, Ritzkowski, Soyez, Urban
im Müllhandbuch, Kennziffer 4515, Lfg. 5/2001

Originaltext

Meine Meinung

4 Anforderungen an den zukünftigen Umgang mit Altdeponien

4 Anforderungen an den zukünftigen Umgang mit Altdeponien

Unter der Prämisse, keine Abstriche beim Umweltschutz machen zu wollen, ist es dringend erforderlich, ein Konzept zum Umgang mit Altdeponien zu entwickeln (Leitbild "Altdeponie"), an dem sich die erforderlichen Maßnahmen orientieren können <19>. Hierin sollen Regelungen getroffen werden, die ökologisch sinnvoll, praktikabel, bezahlbar und umsetzbar sind. In diesem Konzept könnte - stark vereinfacht - eine Deponie und deren Umfeld beschrieben werden, bei der die Emissionen und deren Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten sind. Die Deponien sollen möglichst in einem überschaubaren Zeitraum - vielleicht nach 25 - 50 Jahren - weitgehend sich selbst überlassen werden können, wobei die dann noch auftretenden Emissionen standortbezogen "umweltakzeptabel" sind.

Es gibt bereits ein Konzept. Es ist in der TASi gefordert bzw. empfohlen. Aber es wird - zumindest von den Autoren der hier diskutierten Strategie - abgelehnt, weil es sich zu sehr am Vorsorgeprinzip orientiert.

Die Autoren sollten mithelfen, daß erreicht Juristen Möglichkeiten erarbeiten, um Altdeponien als altlastverdächtige Altablagerungen in den Geltungsbereich des BBoSchG zu verschieben.

Eine der wichtigsten Fragen, die es zu beantworten gilt ist: Dürfen auf zu Altablagerungen umgewidmete Altdeponien weiterhin Abfälle abgelagert werden?

Gegen die Idee, das Emissionspotential von Altdeponien zu vermindern ist nichts einzuwenden. Es scheint aber fraglich, ob das gefordert werden kann, wenn auf der Basis des Gefahrenabwehrprinzips bewertet und entschieden werden muß.

Mögliche Leitlinien sollten sich bei ihrer Umsetzung daher immer an den jeweiligen spezifischen Randbedingungen orientieren, wodurch eine individuelle Beurteilung jeder einzelnen Deponie unabdingbar erscheint. Bei dieser Beurteilung sind u.a. Volumen, Art der abgelagerten Abfälle, Basisbarrieren, Untergrund, Umgebung, benachbarte Nutzungen (z.B. Trinkwassergewinnung, Erholungsgebiete), städtebauliche Absichten (z.B. Schaffung von Bauland, Gewerbeparks etc.) sowie die betroffenen Schutzgüter zu berücksichtigen.

Warum sagen denn die Autoren nicht deutlich, daß sie eine Bewertung nach dem Gefahrenabwehrprinzip wie im Altlastenbereich wollen? Im Altlastenbereich gibt es doch angeblich erprobte und brauchbare Bewertungsverfahren, in denen die nebenstehend aufgeführten Kriterien Berücksichtigung finden.

Liegt es etwa daran, daß die Autoren überwiegend nicht der Altlastenszene angehören. Ist die unselige Trennung der zwischen Abfallwirtschaft (Deponien) und Bodenschutz (Altablagerung) nicht nur in Behörden vorhanden, sondern auch bei Beratenden Ingenieuren und Wissenschaftlern?

Die Überlegungen zum Umgang mit Altdeponien können sich angesichts vieler kaum vermeidbarer Umweltbelastungen, die auf ihr erhöhtes Emissions- und Gefährdungspotential zurückzuführen sind, nur an den grundsätzlichen Zielen der TASi messen lassen. Dem Ziel der TASi, diesen Belastungen mit neuen, "besseren" Deponien zu begegnen, können diese Altdeponien im Rahmen eines vertretbaren ökonomischen Aufwandes nicht gerecht werden. Hier sind daher gewisse Modifikationen zum Abschluß und in der Nachsorge denkbar (siehe Kap. 4.4). Ein solches Vorgehen stünde auch im Einklang mit den durch die Enquete-Kommission "Schutz des Menschen und der Umwelt" des Bundestages aufgestellten Grundsätzen, wonach sich die Stoffeinträge in die Umwelt an deren Assimilationsfähigkeit orientieren sollen <10>.

1. Feststellung: Hausmülldeponien sind problematisch.

2. Feststellung: In Abschluß und Nachsorge von Altdeponien kann man noch soviel Geld hineinpumpen, aus ihnen werden nie Deponien, die ähnlich umweltvertäglich und nachsorgearm sein werden, wie neue, "bessere" Deponien gemäß TASi.

3. Feststellung: Deshalb sollte man gar nicht erst versuchen dem Vorsorgeprinzip genügen zu wollen, sondern sollte gleich entsprechend dem Gefahrenabwehrprinzip vorgehen und Bewertungen und Sanierungsforderungen im Einzelfall vornehmen.

4. Feststellung: Ist es Absicht oder Versehen, daß die Autoren sich nie auf die Sondergutachten "Abfallwirtschaft" des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) beziehen?

| Anfang | | 4.1 Umgang mit Restemissionen, Langzeitsickerwassermanagement |

Copyright © 2015 www.deponie-stief.de - email: info@deponie-stief.de Fax: 030 72320580. Mobil: 0170 5301616