Stegmann, Bidlingmaier, Bilitewski, Collins, Doedens, Ehrig, Freding,
Fricke, Grüneklee, Heyer, Lechner, Müller, Rettenberger, Ritzkowski,
Soyez, Urban
im Müllhandbuch, Kennziffer 4515, Lfg. 5/2001
Originaltext |
Meine Meinung |
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4.1 Umgang mit Restemissionen, Langzeitsickerwasser- management |
4.1 Umgang mit Restemissionen, Langzeitsickerwasser- management |
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Im Folgenden wird, alternativ zum Einbau einer Oberflächenabdichtung nach TASi, davon ausgegangen, daß auch nach Deponieabschluß noch weiter Sickerwasser anfällt, erfaßt und behandelt werden muß. Dieses entsteht infolge des Durchsickerns von Niederschlagswasser durch den Abfallkörper. Die auftretenden Mengen sind hierbei neben der Art der Oberflächengestaltung im Wesentlichen von der Niederschlagshöhe, -intensität und -häufigkeit, der Höhe der Evapotranspiration sowie der Speicherung im Deponiekörper abhängig. |
Sickerwasser kann nach Abdichtung der Deponieoberfläche auch anfallen, wenn durch technische Maßnahmen Wasser unter der Abdichtung in den Deponiekörper infiltriert wird, oder weil das Oberflächenabdichtungssystem eine Durchsickerung nicht verhindert. Keine Sickerwasserbildung ist in Einzelfällen auch möglich, wenn eine qualifizierte Wasserhaushaltsschicht über einer (schwach) wasserdurchlässigen Abdichtungsschicht vorhanden ist. |
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Als Konsequenz dieser Betrachtungsweise könnten folglich Oberflächenabdeckungen eingesetzt werden, die geringe Restemissionen zulassen, dabei aber eine biologische Stabilisierung des Deponiekörpers ermöglichen und auf lange Sicht wartungsarm sind. Dieses bedeutet, daß das Emissionspotential einer Deponie nicht konserviert, sondern weitgehend kontrolliert reduziert, die Sickerwasserbildung weitgehend vermindert und das anfallende Sickerwasser mit möglichst geringem (finanziellen und technischen) Aufwand wartungsarm behandelt wird. Es wird also die gleiche Zielrichtung wie in der TASi verfolgt. Bezüglich der Anforderungen an die Durchlässigkeit der Oberflächenabdichtung wird jedoch nicht so konsequent wie in der TASi vorgegangen, was mit geringeren Kosten und geringerem Nachsorgeaufwand, zugleich aber auch mit geringen standortbezogenen tolerierbaren Emissionsfreisetzungen in die Umwelt verbunden ist. Wohlgemerkt: Dieses Emissionspotential könnte bei einer Abdichtung nach TA Siedlungsabfall, Deponieklasse II, vorübergehend konserviert und bei einer Beschädigung des Dichtungssystems, deren Ort und Zeitpunkt nicht prognostizierbar ist und dann kaum erkannt werden kann, womöglich unkontrolliert freigesetzt werden. |
Wahrscheinlich ist es sehr viel schwieriger kontrolliert wasserdurchlässige Oberflächenabdichtungen herzustellen als dichte. Die Autoren erwähnen im vorigen Abschnitt von welchen Einflußgrößen die Sickerwasserbildung abhängen kann. Die Abhängigkeiten sind aber leider immer noch nicht ausreichen bekannt. Wie soll unter diesen Voraussetzungen ein kontrollierbarer biologischer Abbau im Deponiekörper erreicht werden, der nicht einmal in der Betriebsphase der Deponie nicht erreicht wurde. Es sieht so aus, als wenn nur die Kombinationsabdichtung im Oberflächenabdichtungssystem wegargumentiert werden soll. Was für ein Aufwand, eine Abdichtungsschicht einfacher Bauart (nur Kunststoofdichtungsbahn, nur Asphaltabdichtung, nur eine zuverlässige mineralische Abdichtungsschicht) wird in jedem Fall gefordert werden, auch nach einer biologischen Stabilisierung. |
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Sickerwasserminimierung über alternative Oberflächenabdichtungen |